Ich und Du, Wir sind stark

Projekt im Rahmen des LP KULTUR und SCHULE

In diesem Schuljahr erhielten wir wiederholt den finanziellen Rahmen zur Durchführung eines Kunstprojekts an der Sälzer Gemeinschafts-Grundschule in Bad-Sassendorf.

Das Projekt wurde antragsgemäß und mit Schülern des 3. Jahrgangs durchgeführt. Alle Schüler/innen hatten sehr viel Spaß, mit dem Werkstoff Ton zu arbeiten. Ebenso erfuhr ich erneut mit der Schulleitung und dem Hausmeister sehr nette Unterstützung für mein Projekt.

Nach der Vorstellung unseres Themas und einem anfänglichen Brainstorming dazu gliederten wir das Thema in vier Schaffensphasen. Jede dieser Phasen hatte unterschiedliche Inhalte. Die Teilnehmer lernten jedoch jeweils, dass sie ein Individuum sind (Ich und Du…) , und in der Gemeinschaft besondere Stärke und Kraft entwickeln können Wir sind stark)…!

Neben erstem Ertasten,  Ausprobieren und spielerischem Erproben der Eigenschaften von Ton stand in der ersten Projektphase die Gestaltung des Kopfes bzw. einer Büste im Vordergrund.  Die Schüler/innen näherten sich über das Kneten, Fühlen und sinnliche Erfahren dieser formbaren Masse den fachmännischen Aufbaumethoden  an. Für das Fertigen der Büste erlernten sie das Aufbauen mit Streifen bis zum Hals. Der Kopf wurde aus einer vollen Kugel geformt und nach dem Aushöhlen mit Augen, Augenbrauen, Nase, Mund , Ohren, Haaren versehen und  modelliert. Dabei betrachteten wir diese Gesichtsteile genauer und verglichen untereinander.

Schnell wurde klar, dass Nase, Augenbrauen, Ohren… jeweils anders sind und individuell! Die Kinder  wurden aufmerksamer  und sensibilisiert, genau hin zu schauen und die feine Andersartigkeit eines jeden wahrzunehmen!

So erstellten die Teilnehmer dieser Gruppe eine Büste/ einen Kopf als Plastik.

 

Ebenso fertigten sie ihr Portrait als Relief. Dazu wurden sie im Profil fotografiert, um dann dieses Foto auf eine aus Ton vorbereitete Platte zu übertragen und diese zu gestalten. Die Ergebnisse waren so gelungen, dass jeder einen kleinen Rahmen aus Tonstreifen für sein Relief arbeitete und wir dann die Ergebnisse so auf Untergründe brachten, dass sie demnächst Wände der neuen Schulräume verschönern können!

 

Im 2. Teilabschnitt stand der Körper und Körperhaltung zueinander im Focus. Die erste Aufgabe war, kleine Figuren aus vollem Ton zum Thema: „Ich und meine Freund/in“ zu formen. Dabei ging es darum, dass den Teilnehmern bewusst wurde, wie sie mit ihrem Freund/in zusammen stehen, wie sie sich verhalten, wenn sie sich mögen, sich unterstützen, Freunde sind und gemeinsam stark…etc…

Danach bauten wir mit der Streifentechnik Figuren auf (Höhe ca 50 cm), die eine Ähnlichkeit zu den Schaffenden bekommen sollten. Es durfte der Lieblingspulli sein, eine Aufschrift auf dem Tshirt, aber auch möglichst die  Frisur, die Brille, das Typische eines jeden eben! So entstand eine Gruppe von Tonjungen und Tonmädchen, die ihrem Original tatsächlich ähnlich sehen.

 

In der 3. Projektphase arbeitete ich mit einer anderen Gruppe von Schülern/innen. Auch sie bauten ihre Büste auf und  fertigten mit Hilfe der Streifentechnik und dem Aushöhlen des modellierten Kopfes diesen Teil des Körpers. Als 2. Objekt fertigten sie mit der erlernten Streifentechnik relativ selbstständig einen Hohlkörper, den sie im Gegensatz zu dem naturalistischen „eigenen“ Kopf  nun zu einer Maske verwandeln sollten. Wir entwickelten zusammen den Weg. Im gemeinsamen Gespräch wurde den“ kleinen Künstlern“ klar, dass wir beim Gestalten vereinfachte Darstellungen wählen und so klare, grafische Formen schaffen.

Sie schnitten aus einer vorbereiteten Platte einzelne Teilstücke, wie Kreise, Dreiecke, Vierecke, Rechtecke, etc. Diese grafischen Formen wurden dann strukturiert und als Augen, Nase, Mund… an den Hohlkörper angebracht. Dieser freie und fantasievolle  Umgang mit den Formen machte ihnen viel Spaß. Die Schüler/innen lernten so, was das Minimieren von Formen bedeutet und wie man mit grafischen Elementen die Wirkung des Objekts verändern kann. Sie lernten, was „ formale  Abstraktion“ heißt, und wie auf diese Weise aus Köpfen Masken werden. Die gleiche Methodik vollzogen die Schüler/innen, indem sie auf ähnliche Art selbstständig ein Relief herstellten.

 

Im letzten Abschnitt des Projekts entstanden große Reliefe. Die Schüler/innen fertigten größere Tonplatten als Untergrund. Einzelne Teilstücke des Materials wurden geschlagen und geklopft, aneinander gesetzt und mit Blechschienen und Plastikschabern geglättet.

  Im anfänglichen Brainstorming zum Thema hatten wir  Begriffe wie „ Freundschaft“,  „Gemeinschaft“, „sich unterstützen“, „zusammen halten“, „sich mögen“, „ein Team sein“, „sich helfen“, „ sich gemeinsam freuen und Spaß haben“ erarbeitet.

Nun durften sie selbst diese Begriffe darstellen und verwerten, was ihnen sehr viel Spaß machte.. Wir fotografierten die unterschiedlichsten Posen und Gruppen, die  die o.g. Begriffe signalisierten.

Diese Fotos übertrugen wir dann in Gemeinschaftsarbeit auf  die vorbereiteten Tonplatten.  

Im letzten Arbeitsschritt glasierten wir die Werke und malten die keramischen Werke mit dem Pinsel auf. Nach letztem Brennen der Werke wurden die flachen Objekte auf gestrichene Holzunterflächen geklebt. So sind sie Elemente zur Gestaltung der Wände geworden und schmücken demnächst die neu gebauten Schultrakte der Sälzer Gemeinschaftsgrundschule. Die kleinen Künstler haben sich dann mit diesen schönen Arbeiten in der Schule dauerhaft verewigt!